2021

Anfang 2021 hielt die Pandemie die Welt – und auch unseren Verein – weiterhin in Atem. Die Auswirkungen auf unsere Treffen waren spürbar, doch unser Wille, füreinander da zu sein, war stärker. Wir passten unsere Angebote flexibel an, um die so wichtige emotionale Unterstützung auch unter erschwerten Bedingungen zu garantieren und niemanden mit seiner Trauer allein zu lassen.


Um den Schutz unserer Mitglieder zu gewährleisten, verlagerten wir unsere Treffen der Gruppe „Weiterleben ohne Dich“ im Jahr 2021 konsequent in den digitalen Raum. Von den ersten Treffen im Januar, Februar und März an hielten wir das ganze Jahr über per Online-Konferenz die Verbindung. Trotz der technischen Möglichkeiten blieb die Sehnsucht nach echten Begegnungen groß – dennoch war dieser virtuelle Raum ein unverzichtbarer Anker, um die Isolation der Trauer während der Pandemie zu durchbrechen.

Im Frühjahr 2021 nahm unsere Vision für das Projekt „Der kleine Prinz“ konkrete Formen an. In konstruktiven Gesprächen mit der Kulturdirektion der Stadt Erfurt sowie dem Thüringer Sozialministerium (TMASGFF) suchten wir nach dem idealen Standort und der passenden Unterstützung für dieses Vorhaben. Wir freuen uns, dass wir mit dem renommierten Bildhauer Thomas Lindner einen Künstler gewinnen konnten, der bereits ein Angebot für die Figur erstellt hat. Gemeinsam schaffen wir einen Ort, an dem verwaiste Eltern und Familien Trost finden und das Wesentliche mit dem Herzen sehen können.

Mit unserer Osteraktion 2021 brachten wir ein Stück Frühlingshoffnung direkt zu unseren Mitgliedern nach Hause. Ein kleiner Gruß mit großer Wirkung für den Zusammenhalt in unserem Verein.


Am 30.04.2021 wurden die Sternenkinder im Erfurter Regenbogengrab beigesetzt. Auch wir unterstützten bei der Trauerfeier.

Im Sommer 2021 starteten wir mit der Vorbereitung für unser zweites Herzensprojekt: die „Glasschmetterlinge“. Diese zarten Kunstwerke sollen die Leichtigkeit und die bleibende Verbindung zu unseren Kindern symbolisieren. Ein besonderer Dank gilt der Alternative 54 e.V., die uns am 22.06.2021 mit einer Förderung von 300 Euro unterstützte und damit den Grundstein für die Umsetzung dieses Projekts legte.

ach der ersten Förderung folgte im Sommer 2021 der nächste spannende Schritt für unser Projekt „Glasschmetterlinge“: Wir begannen die Abstimmungsgespräche mit der traditionsreichen Glashütte Lauscha. Gemeinsam entwickelten wir das Konzept, wie aus glühendem Glas zarte Schmetterlinge werden können – als unvergängliche Symbole für unsere Kinder. Die Zusammenarbeit mit Lauschaer Glaskünstlern verleiht unseren Erinnerungsstücken eine ganz besondere, regionale Seele.

Es sind die gemeinsamen Rituale, die uns in der Trauer Halt geben. Am 12.09.2021 waren wir beim Jahrestag im Erfurter Regenbogenwald dabei, um gemeinsam innezuhalten. Ebenso begleiteten wir am 15.10.2021 die feierliche Beisetzung der Sternenkinder. Für uns ist es selbstverständlich, an diesen Tagen präsent zu sein – als Ansprechpartner, als Mitfühlende und als Gemeinschaft, die zeigt: Kein Kind ist vergessen.

Frühzeitige Planung für einen würdevollen Rahmen: Ab dem 20.10.2021 widmeten wir uns intensiv der Organisation des weltweiten Gedenktages im Dezember. Von der Gestaltung der Zeremonie bis zur Koordination der Einladungen – wir nutzen die Zeit, um sicherzustellen, dass jeder betroffene Elternteil in Erfurt und Umgebung einen Platz findet, um sein Licht leuchten zu lassen.

Ein wichtiger Termin für die Vereinsstruktur: Am 02.11.2021 fand unsere ordentliche Mitgliederversammlung statt. Neben den formalen Berichten stand vor allem der Austausch über unsere laufenden Projekte wie den „Kleinen Prinzen“ und die „Glasschmetterlinge“ im Fokus. Wir danken allen Mitgliedern für ihr Engagement und das Vertrauen in unsere gemeinsame Arbeit.

Wenn wir uns nicht persönlich halten können, müssen wir neue Wege finden, uns zu berühren. Da eine Präsenzveranstaltung zum Candle-Lighting-Day 2021 coronabedingt nicht möglich war, verwandelten wir die St. Wigbert-Kirche in Erfurt kurzerhand in ein Filmset. Am 29.11.2021 drehten wir dort eine feierliche Gedenkstunde, die am 12.12.2021 online ging. So konnten wir das Licht der Erinnerung direkt in die Wohnzimmer der betroffenen Familien bringen – ein filmisches Band der Liebe, das Distanzen überwand.

Zum Jahresabschluss 2021 war es uns ein besonderes Anliegen, danke zu sagen. Gemeinsam haben wir in der Vorweihnachtszeit Plätzchen gebacken, um den Teams der Erfurter Geburtskliniken unsere Wertschätzung zu zeigen. Mit diesen süßen Grüßen möchten wir die wertvolle Arbeit würdigen, die das Klinikpersonal tagtäglich leistet – oft in den schwersten Momenten eines Familienlebens. Eine Aktion, die zeigt: Wir sind in und um Erfurt miteinander verbunden.

Nach einer langen Phase der Distanz durften wir uns im Mai 2021 endlich wieder persönlich treffen. Die Monate der digitalen Selbsthilfe liegen hinter uns – wir kehren zurück zur direkten Begegnung, die für unsere Arbeit mit verwaisten Eltern so lebensnotwendig ist.

Selbsthilfe kennt kein Stillstand: Auch wenn die Pandemie Präsenztreffen unmöglich machte, hielten wir die Verbindung. Über Videokonferenzen, soziale Medien und klassische Korrespondenz blieb unser Netzwerk lebendig und erreichbar – für ein Miteinander, das über Bildschirme und Distanzen hinweg trägt

Im Jahr 2021 haben wir wichtige Meilensteine erreicht, die unsere Arbeit langfristig sichern: Vom Finanzamt Erfurt erhielten wir die offizielle Anerkennung als gemeinnütziger Verein.

Leider entspannte sich die Corona-Lage gerade zum Jahresende nicht, sodass wir abermals unseren Candle-Lighting-Day in eine Online-Gedenkfeier umplanen mussten.

Ein Projekt wie unsere Online-Gedenkfeier in der St. Wigbert-Kirche wäre ohne die tatkräftige Hilfe vieler Herzen nicht möglich gewesen. Unser besonderer Dank gilt Uta Altmann, Elisabeth Funk, Teresa Herlitzius, Pater Jeremias, Frank John, Sandra Peschke, Sebastian Thiele sowie dem Voice and Soul Gospelchor aus Bad Langensalza. Gemeinsam mit vielen weiteren Unterstützern haben sie es ermöglicht, dass wir am 29.11.2021 eine feierliche Gedenkstunde aufzeichnen konnten. Seit der Premiere am 13.12.2021 trägt dieser Film die Botschaft der Verbundenheit weit über die Kirchengrenzen hinaus.

Die Resonanz auf unseren Gedenkfilm hat uns tief bewegt: Mehr als 1.200 Aufrufe bestätigen uns, dass wir trotz der schwierigen Rahmenbedingungen den richtigen Weg gewählt haben. Diese Zahl ist für uns weit mehr als eine Statistik – sie ist ein Beweis dafür, wie groß das Bedürfnis nach gemeinsamem Gedenken ist und dass unsere Botschaft der Liebe auch über digitale Wege die Herzen der Menschen erreicht.

Ob Wochenende, Feiertag oder mitten in der Nacht: Dank Sponsorenhilfe sind wir 365 Tage im Jahr für verwaiste Eltern erreichbar. Unter der Nummer 01 71 /6 11 14 54 finden Betroffene jederzeit Gehör und erste Unterstützung.