Der Tod eines Kindes ist das Schwerste, was Eltern erleben können – und auch Freunde stehen oft hilflos daneben, unsicher, was sie sagen oder tun sollen.
Es ist völlig egal, wann und wie das geliebte Kind verstorben ist. Deine Freundin oder dein Freund braucht dich jetzt, morgen und auch in den weiteren Zeiten eurer Freundschaft mehr denn je.
Hier sind einfühlsame und praktische Tipps für Freunde von trauernden Eltern:
Wie du da sein kannst:
- Auch wenn es auch für dich gerade nicht leicht ist, sei einfach als Freundin oder Freund präsent – deine Anwesenheit zählt mehr als Worte. Auch stilles Zusammensein kann trösten, wenn die Worte fehlen.
- Halte Kontakt – regelmäßig. Trauer dauert viel länger, als wir alle oft denken. Eine kurze Nachricht mit einem Gruß wie „Ich denke heute an euch“ kann für den Moment, aber sogar auch Tage, Wochen, Monate und auch Jahre später sehr bedeutsam sein.
- Sag ein versprochenes Telefonat oder Treffen nicht ab aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Schweigen aus Unsicherheit verletzt oft mehr als ein unperfekter Satz.
- Ergreife selbst die Initiative – auch wenn es dir schwerfällt. Trauernde Eltern haben meist keine Kraft, um um Hilfe zu bitten. Biete konkret an „Ich gehe einkaufen – soll ich euch etwas mitbringen?“ statt „Meldet euch, wenn ihr was braucht“ oder bring doch einfach etwas mit. Es sind immer die kleinen Gesten, die zählen – auch wenn es zum Beispiel „nur“ der Teller selbst gekochte Hühnersuppe ist!
Was hilfreich ist zu sagen
- „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll – aber ich bin hier.“
- „Ich denke so oft an [Name des Kindes].“
- „Erzähl mir, wie es dir heute geht.“ , nicht: „Wie geht’s?“ – das ist zu allgemein und nimmt doch die „erhoffte“ Antwort in der Regel schon vorweg…
- Nenne den Namen des Kindes. Wir Eltern empfinden es als tröstlich, wenn unser Kind nicht verschwiegen wird, auch wenn wir es nicht mehr an der Hand oder im Arm halten können.
- Hör zu, ohne zu bewerten oder zu trösten. Schweigen ist erlaubt.
Was du möglichst vermeiden solltest:
- Floskeln wie: „Er/Sie ist jetzt an einem besseren Ort“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Es ist besser so“.
- Vergleiche („Ich kenne auch jemanden, dem…“). Jede Trauer ist einzigartig.
- Positivismus („Ihr seid ja noch jung“ oder „Irgendwann wird’s wieder gut“).
- Das Thema meiden – es signalisiert, dass über das Kind nicht gesprochen werden darf.
Was Du über die „Akutphase“ hinaus für deine Freundin oder deinen Freund tun kannst:
- Ergänze deinen Kalender und aktiviere die Erinnerungsfunktion, um an wichtige Daten des Kindes zu erinnern: den Geburtstag, den Todestag, den Einschulungstag usw. Eine Nachricht, ein Bild oder eine Kerze an diesem Tag zeigt: Ihr seid nicht allein.
- Akzeptiere Trauerwellen – auch Jahre später.
- Sprich das Kind immer wieder mal an, teile Erinnerungen. Das hält die Verbindung lebendig.
- Unterstütze die Eltern auch in praktischen Dingen (z. B. Haushalt, Geschwisterkinder betreuen).
- Geh mit deiner Freundin oder deinen Freund auf dem Friedhof zum Grab des Kindes.
Wenn du unsicher bist:
Sag es ehrlich:
„Ich weiß nicht genau, was das Richtige ist, aber ich möchte für euch da sein – könnt ihr mir sagen, was euch gut tut?“
Liebe, Offenheit und Echtheit sind wichtiger als perfekte Worte.
Nimm zu uns Kontakt auf
Manchmal hilft es, wenn man einfach Flyer von weiteren Hilfsangeboten für die Eltern besorgt oder auf unsere Unterstützungsangebote hinweist. Unsere Flyer können wir euch kostenfrei zukommen lassen.

Ihr könnt auch gern eure Freundin oder euren Freund zu einem Treffen der Selbsthilfegruppe begleiten. Der erste Schritt ist meist der schwerste. Mit deiner Unterstützung wird auch dieser für deine Freundin oder deinen Freund ein wenig leichter werden.

Je nach Bedarf und Anmeldung.

Leipziger Straße 40 in 99085 Erfurt
oder
digital über unsere Selbsthilfegruppe „Lolo“.
Sei einfach auch in diesen schwersten Zeiten für deine Freundin oder deinen Freund da oder in der Nähe!

