
Wenn ein Enkelkind verstirbt, trauern auch die Großeltern. Oft wird vergessen, dass auch die Großeltern Betroffene sind und sehr unter dem Verlust ihres Enkelkindes leiden.
Es ist auch für Großeltern eine der schwersten Situationen überhaupt, denn sie sehen ihre trauernden Kinder und Enkelkinder und möchten ihnen neben ihrer eigenen Trauer auch beistehen.
Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“,
aber einige Dinge können helfen, den betroffenen Eltern und Geschwistern Halt zu geben:
Einfach da sein – ohne Lösungen
Du musst für dein trauendes Kind oder Enkelkind nichts „reparieren“.
Oft ist es das Wertvollste, einfach präsent zu sein:
- zuhören, ohne zu unterbrechen
- Stille aushalten
- keine schnellen Ratschläge geben
Sätze wie „Ich bin hier für dich“ sind oft hilfreicher als gut gemeinte Erklärungen.
Den Schmerz nicht relativieren
Vermeide Aussagen wie:
- „Die Zeit heilt alle Wunden“
- „Ihr könnt ja noch ein weiteres Kind bekommen“
Solche Sätze können verletzend wirken. Der Verlust dieses einen Kindes ist einzigartig und unersetzlich.
Den Namen des Kindes nennen
Viele Eltern empfinden es als tröstlich, wenn ihr Kind nicht „totgeschwiegen“ wird:
- Sprich das Kind beim Namen an.
- Erinnere dich gemeinsam an schöne Momente (wenn passend).
- Besucht das Kind gemeinsam.
Das zeigt: Das Kind wird nicht vergessen.
Konkrete Hilfe anbieten
Alltägliche Dinge können überwältigend sein. Hilfreich ist:
- statt „Melde dich, wenn du was brauchst“ lieber konkret anbieten:
„Ich bringe euch morgen Essen vorbei“
„Ich kümmere mich diese Woche um den Einkauf“
Langfristig dranbleiben
Nach den ersten Wochen wird es oft stiller – aber die Trauer bleibt:
- Sei auch auch Wochen, Monate und Jahre später noch in der Trauer für deine Familie da.
- Nutze die Symbolik von Blumen auf dem Grab des Kindes.
- Denke an Jahrestage oder Geburtstage des Kindes. Vergiss sie nicht, denn das schmerzt dein Kind am meisten! Diese Zeitpunkte sind oft besonders schwer.
Gefühle aushalten können
Trauer kann viele Formen haben: Wut, Schuld, Leere, Rückzug.
Hilfe von außen unterstützen
Wenn es passt, kannst du sanft anregen:
- den Besuch einer Selbsthilfegruppe mit „Wenn du magst, gehe ich beim ersten Mal mit dir.“ oder: „Ich kann dich hinfahren oder davor/danach da sein.“
- therapeutische Unterstützung
Aber ohne Druck – jeder trauert anders.
Eigene Unsicherheit zulassen
Du darfst auch sagen: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber ich bin da.“ Ehrlichkeit ist oft hilfreicher als perfekt formulierte Worte.
Auch Du darfst Hilfe und Unterstützung für dich selbst zulassen
Auch für Großeltern ist es unendlich schwer, ihr eigenes Kind so trauend zu sehen und das Gefühl zu haben, dass Du eigentlich nur hilflos daneben stehen kannst. Auch Großeltern dürfen Hilfe, Rat und Unterstützung suchen und finden. Melden Sie sich gern bei uns.
Trauernde Großeltern fühlen sich oft „übersehen“, weil der Fokus stark auf den Eltern liegt – gleichzeitig tragen sie die doppelte Trauer – um das Enkelkind und um ihr eigenes Kind.

Es gibt auch Selbsthilfegruppen, in denen sich Großeltern austauschen, die Ähnliches erlebt haben. Vielleicht wäre es etwas, was auch Ihnen guttun könnte – ganz ohne Verpflichtung. Es gibt keinen Grund für Hemmungen. Es ist okay, nur zuzuhören. Man muss nichts erzählen. Man kann jederzeit wieder gehen. Vielleicht ist auch eine Großeltern-Selbsthilfegruppe für Sie eine Möglichkeit – aber nur, wenn es sich richtig für Sie anfühlt.

Je nach Bedarf und Anmeldungen.

Leipziger Straße 40 in 99085 Erfurt
oder
digital mit unserer Selbsthilfegruppe „Lolo“
Sie haben Interesse oder möchten weitere Informationen? Wir sind auch für Sie da!

